Fatmire "Lira" Bajramaj im Herthafreundin-Interview

Sie ist 22 Jahre jung und spielt erfolgreich bei Turbine Potsdam und in der Deutschen Nationalmannschaft: Fatmire "Lira" Bajramaj. Mit der HERTHAFREUNDIN sprach die Weltmeisterin und Champions League-Siegerin über Titel, die Entwicklung des Frauenfußballs und die WM im kommenden Jahr in Deutschland.

HERTHAFREUNDIN: Hallo Fatmire, der Saisonstart ist euch mit den zwei Siegen gegen den Hamburger SV und gegen Bayern München eindrucksvoll gelungen. Geht diese Saison so weiter wie die letzte aufgehört hat?
Fatmire Bajramaj: Die vergangene Saison war sehr erfolgreich für uns. Aber alle unsere Erfolge zählen jetzt nicht mehr. Wir fangen wieder bei null an. Nach zwei Spielen kann ich noch nicht sagen, ob es so weitergeht wie zuletzt. Viele Vereine haben sich in der Sommerpause gut verstärkt. Insofern muss man mal die Startphase abwarten, um Tendenzen ablesen zu können. 

HERTHAFREUNDIN: Wenn du dich entscheiden müsstest: lieber die  Titelverteidigung bei der WM oder in der Champions League?
Fatmire Bajramaj: Ganz ehrlich: Ich würde die Titelverteidigung bei der WM vorziehen. Aber beide Titel zu verteidigen, wäre auch sehr schön.

HERTHAFREUNDIN: Du hast in den letzten Jahren, gekrönt durch den CL-Sieg im Mai, eigentlich alles gewonnen, was es im Fußball zu gewinnen gibt. Fällt es da manchmal schwer, sich zu motivieren?
Fatmire Bajramaj: Nein, überhaupt nicht! Nur weil man Titel geholt hat, heißt das nicht, dass die Motivation plötzlich weg ist. Ich würde eher sagen, dass sie bei mir jetzt noch größer ist. Es ist eine noch größere Herausforderung die Titel doppelt oder dreifach zu gewinnen. Wenn man einmal Blut geleckt hat, will man einfach mehr.

HERTHAFREUNDIN: Wie siehst Du die Entwicklung des Frauenfußballs in den letzten Jahren? Wie bekommst du die Außenwahrnehmung mit?
Fatmire Bajramaj: Der Frauenfußball entwickelt sich sehr gut. Es werden immer mehr Mannschaften gemeldet. Auch die Bundesliga-Klubs wie die TSG Hoffenheim, Bayer 04 Leverkusen, der 1. FC Köln oder Werder Bremen nehmen sich jetzt des Frauenfußballs an. Aber auch im Breitensport gibt es immer mehr kleine, junge Spielerinnen, der Nachwuchs ist also da. Und das Interesse der Zuschauer wird auch immer größer. Zuletzt hat man das ja zum Beispiel an den Zuschauerzahlen bei der U20-WM gesehen.

HERTHAFREUNDIN: Bei der U20-WM im Sommer waren die Stadien schon beachtlich voll, was erwartest Du dir von der Heim-WM der A-Nationalmannschaft im kommenden Jahr? Sportlich und im Allgemeinen für den Frauenfußball, ist eine ähnliche Euphorie wie 2006 bei den Männern möglich?
Fatmire Bajramaj: Natürlich hoffe ich, dass die WM 2011 ein Sommermärchen für uns wird. Ich persönlich wünsche mir, dass ich in der Nationalmannschaft eine Führungsrolle übernehmen kann. Wir wollen auf jeden Fall den Titel gewinnen. Und was die Wahrnehmung angeht, so denke ich, dass sich im kommenden Sommer alles um unsere WM drehen wird, der Frauenfußball steht dann im absoluten Fokus.

HERTHAFREUNDIN: Wo wir gerade dabei sind, wie groß ist dein Interesse für den Männerfußball? Welchen Spieler würdest du am liebsten austanzen?
Fatmire Bajramaj: Ich schaue mir gerne Männer-Fußball an. Das macht mir Spaß. Ich bin auch großer Fan meines Heimatklubs Borussia Mönchengladbach. Und austanzen würde ich viele mal gerne – vielleicht mal die Viererkette von Bayern München... ;-)

HERTHAFREUNDIN: Sehen wir dich auch mal bei einem Hertha-Spiel im Olympiastadion auf der Tribüne jubeln? Glaubst du an den Wiederaufstieg von Hertha BSC?
Fatmire Bajramaj: Ja, das habe ich mir fest vorgenommen. Ich will unbedingt ein Spiel der Hertha sehen. Ich weiß allerdings noch nicht wann und welches. Das hängt auch von unserem Spielplan an.

HERTHAFREUNDIN: Vielen Dank für das Interview! 



Frauen am Ball August 2010: Gabriele Handel-Jung
Frauen am Ball Mai 2010: Sabine Töpperwien
Frauen am Ball April 2010: Anne Trabant
Frauen am Ball März 2010: Anett Sattler
Frauen am Ball Februar 2010:
Sarah Beckmann

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