Prominent

An dieser Stelle verraten euch jeden Monat Prominente, warum sie von Hertha BSC begeistert sind. Für den Oktober haben wir uns etwas ganz Besonderes überlegt. Denn: Die deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen ist Weltmeister! Herthafreundin-Redakteurinnen Nicole, Lena und Bine sprachen mit den deutschen Fußballweltmeisterinnen Fatmire Bajramaj und der besten Torhüterin des Turniers, Nadine Angerer, nach dem furiosen Sieg des DFB-Teams gegen Brasilien.

Die Weltmeisterinnen im Interview

Sie verkörpert die neue Generation im deutschen Frauenfußball - Weltmeisterin Fatmire Bajramaj. Gemeinsam mit der noch einen Monat jüngeren Babett Peter von Turbine Potsdam gehört sie zu den hoffnungsvollsten Talenten des Deutschen Fußballbundes. Geboren ist Lira im Kosovo. Als sie vier Jahre alt war, siedelte sie samt Eltern und zweier Brüder nach Deutschland über. In der Grundschule bekam sie Lust auf den Fußball, was dem Vater zunächst gar nicht in den Kram passte. Inzwischen hat sich der Wind gedreht im Elternhaus. "Papa ist der größte Fan", sagt Lira.

Nadine Angerer - Der Name steht für "Kein Tor". Die Torhüterin des DFB-Teams wurde zur besten des Turniers gewählt und kassierte während der ganzen WM kein einziges Gegentor.

herthafreundin.de: Herzlichen Glückwunsch zum Weltmeistertitel! Ihr seid das erste Team, das seinen Titel verteidigen konnte. Kannst du es schon realisieren?
Fatmire Bajramaj: Ich habe lange gebraucht, es zu realisieren, doch jetzt ist es mir klar, dass es kein Traum ist.
Nadine Angerer: Nein, das wird wohl noch einige Zeit dauern. Wenn sich der Trubel gelegt hat und ich dann über alles nachdenken kann werde ich das Ausmaß des sportlich Erreichten hoffentlich greifen.

herthafreundin.de: Wie habt ihr den Titel gefeiert? Wie sah das Programm dort aus?
Fatmire: Wir haben den Pokal mitgenommen und die ganze Nacht durchgefeiert. Im Flugzeug ging es dann weiter.
Nadine: Nach dem Spiel war ja für alle die Ehrung auf dem Rasen noch zu sehen. In der Kabine war natürlich die Hölle los. Nach Pressekonferenz und zahlreichen Interviews ging es dann quer durch Shanghai zurück ins Mannschaftshotel. Hier wurden wir von unserem engsten Umfeld unten in der Lobby empfangen. DFB Präsident Dr. Zwanziger, Generalsekretär Horst R. Schmidt waren in der ersten Reihe beim Ständchen. Ich glaube, wir haben aber lauter gesungen.

herthafreundin.de: Wie haben euch die Menschen in China aufgenommen?
Fatmire: Die Menschen in China sind sehr gastfreundlich und hilfsbereit.
Nadine: Die Chinesen waren sehr freundlich und die FIFA Mitarbeiter wie immer sehr professionell.

herthafreundin.de: Hattet ihr die Möglichkeit, fernab der Öffentlichkeit, das Land und die Menschen dort kennenzulernen?
Nadine: Shanghai ist eine Hammerstadt. Jeden Tag wird ein neues Hochhaus fertig gestellt. Während des Turniers gab es für uns auch ein kleines kulturelles Rahmenprogramm mit Besichtgungen von Tempelanlagen etc. Die Chinesische Geschichte ist ja durch viele Dynastien gegangen und hat wesentlich früher eingesetzt als unsere Europäische.

herthafreundin.de: Fremdes Land, fremdes Essen. Oder doch Pasta vom eigenen Koch?
Fatmire: Der DFB hatte einen eigenen Koch mitgenommen, daher war das Essen sehr gut.
Nadine: Die chinesische Küche haben wir dennoch nicht ganz ausgelassen.

herthafreundin.de: Wie habt ihr eure Freizeit verbracht? Oder hat euch Silvia rund um die Uhr beschäftigt?
Fatmire: Wenn wir frei hatten, waren wir mal shoppen, ansonsten wollten wir einfach nur relaxen.
Nadine: Meine DVD Sammlung hat sich über die zahlreichen Zuwächse gefreut. Ansonsten was man so macht, Sightseeing, Shoppen, Lesen, ...

herthafreundin.de: Mit wem warst du auf einem Zimmer?
Fatmire: Mit Simone Laudehr.
Nadine: Ich war mit Sandra Minnert vom SC 07 Bad Neuenahr auf einem Zimmer.

herthafreundin.de: Fatmire, du wurdest im WM-Finale eingewechselt. Beschreibe doch mal deine Gefühlswelt, als du auf’s Feld gegangen bist.
Fatmire: Ich war total aufgeregt, wollte aber auch unbedingt spielen. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl in einem WM-Finale spielen zu dürfen.

herthafreundin.de: Wie sah der Ablauf vor einem Spiel aus?
Fatmire: Ganz normal wie immer. Spaziergang mit der Co-Trainerin, Besprechung und dann Abfahrt zum Stadion.
Nadine: Als Torhüterin geht man ja immer als Erster zum Aufwärmen raus. Und dann einfach konzentrieren aufs Spiel.

herthafreundin.de: Wie seid ihr mit den klimatischen Bedingungen zu Recht gekommen?
Fatmire: Am Anfang war es besonders während des Trainings schlimm. Wir haben uns aber relativ schnell daran gewöhnt.
Nadine: Durch die Trainingsansetzungen auf den Abend war das schon eine Erleichterung. Aber der Smog insbesondere in Shanghai war schon belastend.

herthafreundin.de: Wir hatten den Eindruck, dass ihr körperlich topfit seid und dadurch immer noch einen Gang höher schalten konntet als der Gegner. Hat das in KO-Spielen den Unterschied gemacht?
Fatmire: Ich denke schon, es war schon hart, doch wir hatten die bessere Ausdauer - Dank Norbert Stein.
Nadine: Wir sind ja alle Bundesligaspielerinnen und von daher aus dem normalen Trainings- und Spielbetrieb  schon auf einem sehr guten körperlichen Niveau. Da darf ich an dieser Stelle auch mal meinem Trainer Bernd Schröder und vor allem meinem Torwarttrainer Dirk Heinrichs danken. Dirk ist ja ein Ex-Herthaner – wird Euch ja bekannt sein. Zusätzlich hat der DFB in den zahlreichen Lehrgängen mit Dr. Norbert Stein noch ein Sonderprogramm für uns aufgelegt. Ich glaube schon, dass diese Fitness eine der Grundsteine unseres Erfolges war.

herthafreundin.de: Die Brasilianerinnen zeigten im Halbfinale gegen die US-Ladies Fußball vom Feinsten. Hat euch das nur beeindruckt oder sogar etwas eingeschüchtert?
Fatmire: Klar sie haben gut gespielt, aber es hat uns nicht so stark beeindruckt oder gar eingeschüchtert. Wir waren uns unserer Stärken bewusst.
Nadine: Wir wussten um die Stärken des Teams. Das hat uns nur noch aufmerksamer gemacht.

herthafreundin.de: Ab wann welchem Zeitraum habt Ihr gewusst, dass Ihr nicht zu schlagen seid?
Fatmire: Ab dem Viertelfinale haben wir an den WM-Titel geglaubt.

herthafreundin.de: Kann so eine Serie nicht auch schnell zu Leichtsinn oder Überheblichkeit führen?
Fatmire: Bei mir nicht. Ich weiß, dass man für den Erfolg immer hart arbeiten muss und ich denke bei meinen Kolleginnen wird es genau so gesehen.
Nadine: Bei mir ist es auch so. Im Spiel denkt man nicht an diese Serie. Da konzentriere ich mich immer auf die Einzelsituation.

herthafreundin.de: Wie war die Stimmung im Stadion? Waren deutsche Fans im Stadion oder haben euch nur chinesische Fans angefeuert?
Fatmire: Es habe uns viele chinesische Fans angefeuert, aber auch viele deutsche Fans.

herthafreundin.de: Bekommst du überhaupt mit, was um dich herum passiert?
Fatmire: Ja, ich bekomme alles mit.
Nadine: Eigentlich nicht, als Torwart ist man so konzentriert das man nichts mitbekommt.

herthafreundin.de: Ohne ein Gegentor ins Finale. Hättest du dir das erträumt?
Nadine: Davon habe ich nie geträumt. Umso schöner, dass es so gekommen ist. Mein Dank gilt der Mannschaft und natürlich insbesondere der Abwehr, die mir sehr geholfen hat.

herthafreundin.de: Ein Wort zum Rekord von Nadine Angerer.
Fatmire: Sie ist der Wahnsinn! Einfach super, was sie geleistet hat.

herthafreundin.de: Wird Nadine Angerer nie wieder ein Tor kassieren?
Fatmire: Doch, gegen mich in der Bundesliga. :-)

herthafreundin.de: Glaubst du, dass der Titel weiterhilft, den Frauenfußball in Deutschland noch populärer zu machen?
Fatmire: Ja, auf jeden Fall. Es hat jetzt schon sehr viel bewegt.
Nadine: Auf jeden Fall. Alleine weil jetzt wieder mehr junge Mädchen mit dem Fußballspielen beginnen wird sich die Basis unseres Sports weiter verbreitern.

herthafreundin.de: Werdet Ihr jetzt öfter auf der Straße erkannt und angesprochen?
Fatmire: Ja. Leute die das Spiel im TV gesehen haben, sprechen mich auf der Straße an.

herthafreundin.de: Wie sieht dein Programm für die nächsten Tage aus? Erstmal Urlaub machen?
Fatmire: Nein, leider kein Urlaub. Am Samstag (06.10.07) sind wir als Mannschaft im ZDF-Sportstudio und am Sonntag steht schon das nächste Bundesligaspiel in Crailsheim an.

herthafreundin.de: In einem Jahr kehrt ihr wieder nach China zurück. Das Land scheint ein gutes Pflaster für euch zu sein. Holt ihr auch bei den Olympischen Spielen eine Medaille?
Fatmire: Wenn es weiter so erfolgreich läuft wie jetzt, haben wir sicher Chancen, in Peking auch Olympiasieger zu werden. Es ist sicher unser Ziel, aber dafür müssen viele verschieden Faktoren stimmen. Wir werden uns gut vorbereiten und alles geben, den Rest wird man sehen.
Nadine: Das wird schwer, aber wir haben noch nie Olympisches Gold gewonnen, daher wollen wir unbedingt gewinnen.

herthafreundin.de: Hast du eine Website?
Fatmire: Ja, www.LiraB.com

herthafreundin.de: Vielen Dank, dass ihr euch für Herthafreundin Zeit genommen habt. Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und eine verletzungsfreie, erfolgreiche Saison!

Bei Autogrammwünschen an Fatmire bitte einen frankierten Briefumschlag an Fatmires Agentur schicken:
profipartner24 gmbh
Lindersrain 2
35708 Haiger                                                                  

herthafreundin.de gratuliert der Frauennationalmannschaft zur erfolgreichen Titelverteidigung!

Aus dem September: Minh Khai

Aus dem August: Anna Fischer von "Panda"

Aus dem Juli: Sängerin Joanna Zimmer

Aus dem Juni: Hockey-Nationalspielerin Fanny Rinne

Aus dem Mai: Carolin Beil

Aus dem April: GZSZ-Stars

Aus dem März: Nora Tschirner

Aus dem Februar: Eisschnellaufstar Claudia Pechstein 

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