Die Regel des Monats

In unserer Rubrik "Regel des Monats" versucht sich jeden Monat eine prominente Persönlichkeit daran, euch die kniffligsten Fußballregeln zu erklären. Egal ob Abseits, grobes Foulspiel oder indirekter Freistoß, was den Fußball angeht, wissen unsere Leute Bescheid. Diesen Monat erklären euch Katrin Schifelbein und Marcus Kaiser vom Berliner Radionsender rs2, worauf man beim Einwurf achten muss.

Der Einwurf

Eingespielt und fachkundig: Marcus Kaiser und Katrin Schifelbein

Katrin Schifelbein und Marcus Kaiser sprechen über den Einwurf...

Kathrin: Marcus, letztens habe ich mit meinem Mann und ein paar Freunden Fussball geguckt. Ein Spieler hat den Ball eingeworfen und der Schiedsrichter hat das beanstandet. Alle haben sofort gerufen: „Peinlich, ein falscher Einwurf“. Das klang so, als ob man das wissen müsste, deshalb habe ich da nicht gefragt. Kann man denn bei einem Einwurf was falsch machen? Ich dachte, der Ball muss einfach nur zurück aufs Feld geworfen werden.

Marcus: Nee, beim Einwurf kann man einiges falsch machen. Der DFB hat dem Einwurf 3 Seiten im Regelwerk gewidmet. Das fängt schon mal damit an, wie du am Spielfeldrand stehst. Also, du musst immer mit dem Gesicht zum Spielfeld gerichtet sein.

K: Ist doch klar, du willst doch sehen, wohin du wirfst.

M: Naja, aber mit dem Rücken zum Feld kann der Gegner ja auch schlechter ausrechnen, wo du hinwirfst. Außerdem musst du den Ball mit beiden Händen über den Kopf halten und auch mit beiden Händen abwerfen. Zusätzlich musst du mit beiden Füssen außerhalb des Spielfeldes oder wenigstens auf der weißen Seitenlinie stehen und zwar bis der Ball die Hände verlassen hat. Also keine kunstvollen Sprungwürfe bitte! Aber, sag mir doch erst mal, wann man überhaupt einen Einwurf kriegt.

K: Na, wenn der Ball im Aus ist.

M: Richtig, aber wann ist das? Muss er komplett draußen sein, oder nur die Linie berührt haben, oder muss der erst mal einen Zuschauer im Gesicht getroffen haben?

K: Naja, das Letzte natürlich nicht. Äääh wann denn nun?

M: Also, der Ball muss mit dem vollen Umfang die Linie überquert haben. Ob am Boden oder in der Luft ist aber egal.

K: Was ist denn eigentlich, wenn ich keinen Mitspieler finde, der frei ist? Kann ich mir den Ball auch selber einwerfen?

M: Nee, es muss immer mindestens ein anderer den Ball berührt haben, bevor du ihn wieder spielen darfst. Ob Mannschaftskollege oder Gegner, ist egal. Aber Vorsicht! Du darfst natürlich den Gegner nicht absichtlich doll anwerfen. Das ist eine Unsportlichkeit und wird mit einer gelben Karte bestraft.

K: Aber, was mache ich denn, wenn keiner meiner Mitspieler frei ist? Muss ich den Ball dann irgendwo hin werfen?

M: Nee, deine Mitspieler dürfen beim Einwurf ganz nah an dich ran kommen. Die Gegner müssen aber mindestens zwei Meter Abstand halten, bis der Ball deine Hände verlassen hat. Aber jetzt kommt eine knifflige Frage. Was ist denn, wenn du den Ball direkt ins Tor wirfst, ohne dass ein anderer den Ball berührt hat? Zählt das dann als Tor?

K: Ins eigene Tor oder beim Gegner?

M: Gute Frage, aber in diesem Fall egal.

K: Äh, keine Ahnung. Ist das ein Tor?

M: Nee! Das wird dann wie ein Tor-Aus gewertet. Also, landet der Ball im eigenen Tor, dann gibt es Eckstoß für den Gegner. Landet er beim Gegner im Tor, dann gibt es Abstoß für die Anderen. Aber, sag mal, von wo wirft man denn den Ball ein?

K: Na, von der Stelle, wo er ins Aus gegangen ist.

M: Richtig. Falls du zu weit von dieser Stelle weg warst und eingeworfen hast, dann musst du den Einwurf noch mal wiederholen. Und natürlich dürfen nur die Spieler einwerfen, die gerade auf dem Feld sind. Nicht die Leute von der Ersatzbank.

K: Das ist doch klar.

M: Ja, aber was ist denn, wenn gerade in dem Moment ein Wechsel statt findet? Was muss der Eingewechselte Spieler beachten?

K: Äääähhh….

M: Der muss erst einmal das Feld betreten, erst dann darf er einwerfen. Klingt blöd, aber erst nach betreten des Feldes ist der Spieler richtig eingewechselt und darf ins Spielgeschehen eingreifen. Muss ja alles seine Richtigkeit haben. Ach, und das erwähne ich jetzt nur, weil ich mir gut vorstellen kann, dass DIR so was passieren könnte. Also, falls du es nicht geschafft haben solltest, den Ball wieder aufs Feld zu werfen, dann musst du natürlich auch noch mal wiederholen. Klingt jetzt nicht so schlimm, aber das ist halt furchtbar peinlich, da wird man dann gerne vom Publikum ausgelacht.

K: Wie kompliziert so ein Einwurf sein kann. War das jetzt alles?

M: Im Wesentlichen ja. Es gibt da noch ein paar Kleinigkeiten, aber fürs Erste hast du mal genug zum drüber Nachdenken. Den Rest klären wir dann, wenn du deine Schiedsrichter Prüfung ablegen willst…

K: Also niemals…

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