Frauen bei Hertha

Arbeiten eigentlich auch Frauen bei Hertha BSC? Ja klar!!! Und zwar eine ganze Menge. Hier wollen wir euch zeigen, welche Frauen bei Hertha BSC arbeiten und was sie machen. Dieses Mal wollen wir euch Magdalena Palewicz(Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) vorstellen.

Magdalena Palewicz: Immer freundlich und vor allem häufig am Telefon

Magdalena Palewicz (sprich: Palewitsch) arbeitet in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Hertha BSC und ist dort die Assistentin des Pressesprechers Hans-Georg Felder.

Doch den Job von Magda - wie sie von allen auf der Geschäftsstelle nur genannt wird - mit dem einer Assistentin zu vergleichen, wird dem Aufwand irgendwie nicht gerecht. "Das ist ein Full-Fulltime-Job", sagt sie selber. Zu den regulären Arbeitszeiten unter der Woche von 9-18 Uhr kommen die Wochenenden mit den Spielen der Profimannschaft und anderen Aktionen wie PR-Terminen mit Spielern oder Fotoshootings. Trotzdem ist es für die 29-Jährige gebürtige Polin "ein Traumjob, für den man manchmal allerdings ein dickes Fell benötigt."

Nach vielen Praktika zu Hertha

Dieses dicke Fell hat sie sich in den letzten 2 1/2 Jahren bei Hertha zugelegt. Bis es soweit war, durchlief Magda den mittlerweile fast schon typischen Weg des Prekäriats, der "Generation Praktikum." Nach dem Abitur begann sie ihr Studium der Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der Bochumer Ruhr-Universität. "Nach vier Semestern wollte ich dann etwas verändern. Alle anderen gingen ins Ausland." Magda ging nach Berlin, studierte dort an der Freien Universtität weiter und begann während des Hauptstudiums zu jobben: "Ich habe eigentlich nur gearbeitet zu dieser Zeit." Zuerst bei ARD.digital, dann bei Coca-Cola. "In solch großen Firmen wollte ich immer arbeiten", erzählt sie im Nachhinein. Dass es dazu nicht kommt liegt daran, dass sie nach einer längeren studentischen Hilfsarbeit bei pleon - der größten PR-Agentur Deutschlands - ein Praktikum bei Hertha BSC beginnt.

"Im Herbst 2001 war das. Damals wurde das Stadion gerade umgebaut und auch eine Veränderung des Pressebereichs war im Gespräch", erinnert sich Magda an diese aufregende Phase des Umbaus sowohl des Stadions als auch des Vereins. Nach ihrem Praktikum blieb sie als freie Mitarbeiterin bei Hertha und unterstützte an Spieltagen ihre Vorgängerin Heike Schmidt. Als die Frau von Hertha-Profi Andreas im Juli 2004 geht, steht die Nachfolgerin fest und bereit. So richtig vorstellen wollte sie sich eine Anstellung bei einem Fußballverein vorher eigentlich nie: "Ich war zwar schon immer fußballinteressiert und auch Fan, dachte aber nie daran für einen Fußball-Klub zu arbeiten." Fan ist sie übrigens auch von ihrem Heimatverein, dem VfL Bochum. Seit dem Tag ihrer Anstellung schlagen aber zwei Herzen in ihrer Brust: "Hertha und der VfL stehen in keiner Konkurrenz bei mir. Die gehören einfach beide in die Bundesliga – und beide am liebsten ganz oben in der Tabelle."

Handy ist am Spieltag das Wichtigste

Damit das so bleibt, tut sie alles Nötige für ihren Arbeitgeber und manchmal noch ein bisschen mehr. Ein Spieltag beginnt für das rothaarige Energiebündel (Hobbies: Skifahren, Sport allgemein und Reisen) bereits um neun Uhr morgens, wenn zum ersten Mal das Handy klingelt. Das Handy ist ohnehin das wichtigste Utensil an jedem Spieltag: "Das klingelt andauernd. Hier fehlt etwas, da funktioniert etwas nicht richtig. Da hat man nie seine Ruhe." Wer sich jetzt eine ständig hektisch umher rennende Frau mit einem Knopf im Ohr vorstellt, ist nicht so weit entfernt von der Realtiät. Der Knopf ist ein Handy und rennen tut sie eigentlich nur beim eigenen Training unter der Woche. Das liegt aber nicht daran, dass es in den Katakomben des Olympiastadions ruhig zugeht. Magda hat lediglich gelernt damit umzugehen.

Wenig verwunderlich ist da die Tatsache, dass sie viele Spiele nur zur Hälfte oder gar nicht sieht. Verwunderlich daran ist nur, dass sie das gar nicht zu kratzen scheint. "Manchmal sind halt Aktionen im Stadion, die begleitet werden müssen", nimmt sie fast schon gelassen hin, was sich andere Fans niemals vorstellen könnten. Das könnte allerdings auch daran liegen, dass sie ohnehin so nah an den Mannschaften dran ist, wie nur sehr wenige Leute sonst. Denn vor dem Spiel ist sie es, die die beiden Mannschaften empfängt und den Spielberichtsbogen von einem Vereinsverantwortlichen, meist dem Kapitän unterschreiben lassen muss. Auch nach dem Spiel ist sie in der Kabine der Profis und sieht dabei Dinge, für die andere Fans ebenfalls eine Menge tun würden: "Klar sind dann einige Spieler fast nackt, aber es ist schon sehr angenehm, dass die Profis das als ganz normal ansehen, dass da eine Frau arbeitet."

"Männer unterschätzen Frauen oftmals"

Damit schlägt Magda die Brücke zum Thema Frauen in der Männerdomäne Fußball selber und sehr charmant: "Es ist schon so, dass Männer Frauen oftmals unterschätzen und den einen oder anderen Spruch raushauen. Aber da muss man dann kontern und cool bleiben." Womit wir wieder bei dem dicken Fell wären, dass man sich angesicht des hohen Männeranteils in ihrem Gebiet aneignen muss. Das ist übrigens rein psychologisch gemeint, denn wenn die Chefredakteurin von herthafreundin.de eines nicht ist, dann dick. Sie selbst sieht das zwar ab und an ein bisschen anders und achtet sehr auf ihre Ernährung, wird davon aber von ihren Kollegen in schöner Regelmäßigkeit belächelt.

Wenn sie erzählt, was sie in den 2 1/2 Jahren bei Hertha schon alles erlebt hat, hört man aber sofort auf zu lachen. "Beim Elfmeterschießen im WM-Finale stand ich direkt auf Höhe der Mittellinie, da haben wir den Pressebereich für 3000 Journalisten organisiert und nach dem Spiel lief Fabio Cannavaro mit dem WM-Pokal im Schlepptau genau an mit vorbei. Das sind halt solche Momente, die vergisst man nie." Ein Foto von einem späteren Treffen mit Frauenschwarm Cannavaro existiert auch, allerdings verweigert der Fotograf der FIFA bislang die Herausgabe. Wer Magda aber kennt, weiß, dass sie irgendwann auch bei der Beschaffung des Fotos erfolgreich sein wird. "Man muss sich einfach durchsetzen können", sagt sie, als wäre es das einfachste auf der Welt. Und wenn man ihr bei der Ausführung ihres "Full-Fulltime-Jobs" zuschaut, wie sie kritische Situationen mit Feingefühl und Geschick auflöst und im richtigen Moment den richtigen Ton findet, könnte man manchmal wirklich glauben, dass es für sie genau das ist.

Aus dem März: Silke Corleisen (Ticketing)

Aus dem Februar: Lena Lange (Mitgliederbetreuung)

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