Fußballersprache
In dieser Rubrik beleuchten wir jeden Monat bestimme Begriffe aus der Welt des Fußballs. Ob das der Libero, die Blutgrätsche oder die Bananenflanke ist, wir wissen, was es bedeutet.
Falko Götz erklärt Herthas Taktik

- Falko Götz und Manja Geyer bei der Taktikstunde
In diesem Monat konnten wir den Cheftrainer von Hertha Falko Götz dazu überreden, uns die Taktik der Herthaner zu erklären. Als es darum ging, welche unserer Redakteurinnen sich mit dem Coach hinsetzt, meldete sich sofort Manja Geyer mit den Worten: "Wenn ich es verstanden habe, versteht es jeder." Also begann der Trainer ihr zunächst die zwei wichtigen Positionen des "Sechsers" und des "Zehners" zu erklären, um danach auf das von Hertha praktizierte 4-4-2 einzugehen. Seit diesem Tag ist Manja unsere heimliche Taktikexpertin...

- Pal Dardai räumt im Mittelfeld ab
„Sechser“
Der „Sechser“ ist der Organisator im Mittelfeld. Er wird im heutigen Fußball immer wichtiger und muss sowohl zweikampfstark, als auch kopfballstark sein. Darüber hinaus muss er aber auch über eine ausgefeilte Technik verfügen und das Spiel „lesen“ können. Das heißt, er muss das Spiel des Gegners antizipieren. Ein guter „Sechser“ bestimmt das Tempo der Mannschaft. Nach dem Ballgewinn muss er den Gegenangriff starten. Der Name ist ein Relikt aus der Vergangenheit, wo die Spieler noch nicht ihre eigenen Rückennummern hatten. Die 6 wurde da an den Spieler vergeben, der vor der Abwehr den „Staubsauger“ spielte. Im Gegensatz zum „Zehner“ ist der „Sechser“ ein Defensivspieler.

- Yildiray Bastürk zieht im Mittelfel die Fäden
„Zehner“
Der „Zehner“ ist der klassische Spielmacher wie zum Beispiel bei uns ein Yildiray Bastürk oder vorher Marcelinho. Er hat die meisten Ballkontakte, ist kreativ und setzt die Stürmer in Szene. Darüber hinaus sollte er auch selber torgefährlich sein und Standardsituationen beherrschen. Der Sechser sollte dafür sorgen, dass der Zehner so schnell wie möglich an den Ball kommt. Es gibt nicht mehr viele Mannschaften, die mit einem echten Zehner spielen. Heute vermischen sich die Aufgaben im Mittelfeld immer mehr. Berühmte "Zehner" waren unter anderem Günter Netzer, Maradonna oder Zinedine Zidane
Die Hertha-Taktik

- 4-4-2 mit Raute: Das Hertha-System
4-4-2 mit Raute
Normalerweise spielen wir im 4-4-2-System und einer Raute im Mittelfeld. Das bedeutet, dass wir mit vier Abwehrspielern, vier Mittelfeldspielern und zwei Stürmern spielen, wobei das Mittelfeld in einer Raute angeordnet ist. Der Torwart wird in diesen Systembezeichnungen nicht berücksichtigt. Hinten spielen wir mit einer „Viererkette“. Diese besteht bei uns meistens aus Arne Friedrich, Joe Simunic, Dick van Burik und Malik Fathi. In der Raute spielt dann Pal Dardai die „Sechserposition“, das heißt er ist der defensivste von allen Mittelfeldspielern. Die Außenpositionen werden von Gilberto und Kevin-Prince Boateng besetzt. Ebenfalls dort einsetzbar sind Mineiro, Patrick Ebert, Christian Müller oder Chinedu Ede. Hinter den Spitzen, also auf der „Zehnerposition“ wirbelt Yildiray Bastürk. Im Sturm Marko Pantelic und Christian Gimenez. Mit der Raute spielen wir, wenn uns ein Spielmacher zur Verfügung steht. Leider war das in dieser Saison ja nicht immer der Fall. Die Außenspieler im Mittelfeld sollen immer wieder von den beiden Außenspielern der Abwehrkette unterstützt werden. Friedrich und Fathi sollen sich mit ins Angriffsspiel einschalten. Generell ist diese Formation etwas offensiver ausgerichtet.
4-4-2 mit zwei Viererketten
Die defensivere Variante ist die mit zwei Viererketten. Hinten bleibt alles wie gehabt. Im Mittelfeld spielen wir ohne echten „Zehner“, sondern mit zwei Außenspielern, die offensiver ausgerichtet sind als in der Raute und zwei „Sechsern“, die vor der Abwehr aufräumen sollen. Diese Spielform benutzen wir vor allem bei starken Gegnern. Die Außenspieler der Abwehrkette sollen sich hierbei vor allem auf ihre Abwehraufgaben beschränken. Die „Sechser“ sollen dafür sorgen, dass die Mitte zugestellt ist. Dieses System bietet auch die Möglichkeit, nur mit einem Stürmer und einem offensiven Mittelfeldspieler dahinter zu spielen. Dann sind nominell fünf Mittelfeldspieler auf dem Platz. Dies haben wir in den vergangenen Jahren oft mit Marcelinho praktiziert und ist vor allem auswärts eine Alternative, wenn man aus einer massierten Deckung spielen möchte. Dafür sind schnelle Außenspieler vonnöten, die sich dann immer in den Angriff mit einschalten.

