Die Regel des Monats
In unserer Rubrik "Regel des Monats" versucht sich jede Woche eine prominente Frau daran, euch die kniffligsten Fußballregeln zu erklären. Egal ob Abseits, grobes Foulspiel oder indirekter Freistoß, was den Fußball angeht, wissen unsere Frauen Bescheid.
Was ist eigentlich Abseits? Von Vera Int-Veen

- Vera Int-Veen ist Hertha-Fan und Mitglied! (Foto: RTL/Thomas Pritschet)
"Die Abseitsregel ist an sich gar nicht so schwer zu verstehen, wie es immer heißt. Das Problem ist nur sie anschaulich zu erklären. Zunächst einmal sollte Frau wissen, wozu es diese Regel überhaupt gibt.
Die Abseitsregel soll nämlich verhindern, dass sich ein oder mehrere Spieler einer Mannschaft einfach vor das gegnerische Tor stellen, um dort nur auf den Ball zu warten, ein Tor zu erzielen oder den Torwart zu irritieren. Stellt euch vor, dass zum Beispiel Roy Makaay von den Bayern einfach vor Christian Fiedler herumtanzen würde, damit dem Hertha-Keeper die Sicht versperrt ist. Das wäre unfair. Genauso wäre es, wenn Marko Pantelic die gesamte Spielzeit im gegnerischen Strafraum verbringen würde. Dass würde ihm selbst vermutlich auch nicht lange Spaß machen.
Heiß diskutierte Regel
Abseits ist also dazu da, das Spiel fairer zu machen. Eigentlich ein guter Ansatz, oder? Warum wird dann soviel über diese Regel diskutiert und warum regt sich jedes Wochenende mindestens eine Mannschaft oder ein Kritiker darüber auf? Der Grund dafür ist, dass es im Spiel manchmal Situationen gibt, in denen die Linienrichter - die das Abseits anzeigen - im Bruchteil einer Sekunde zwischen Abseits und nicht Abseits entscheiden müssen. Und damit kommen wir zur eigentlichen Regel.
Ein Spieler steht nämlich immer dann im Abseits, wenn er in dem Moment, in dem der Ball zu ihm gespielt wird, in der gegnerischen Hälfte der Torauslinie näher ist, als der vorletzte Spieler der gegnerischen Mannschaft. Wenn man also davon ausgeht, dass der Torhüter als letzter Spieler in seinem Tor steht, steht ein Stürmer im Abseits, wenn zwischen ihm und dem Tor eben nur noch der Torwart steht (weil der Stürmer der Torlinie näher ist, als der vorletzte Gegner).
Eine nette Geschichte
Das klingt reichlich kompliziert, oder? Es gibt zu diesem Thema eine interessante Geschichte, die ich im Internet gefunden habe und die die ganze Sache für "uns" Frauen ein wenig klischeehaft, aber anschaulich erklärt.
"Du befindest Dich in einem Schuhladen und stehst an der Kasse.
Vor Dir in der Schlange steht nur noch eine einzige Dame, eine nette, sympathische Erscheinung. Sie scheint die Kassiererin zu kennen, gehören wohl irgendwie zusammen. Auf einmal entdeckst Du auf dem Regal hinter der Kassiererin ein Paar Schuhe, in das Du Dich sofort verliebst. Du hast zwar schon genügend Schuhe, aber dieses Paar ist einzigartig, Du musst es einfach haben, dieses Paar ist nur geschaffen worden, um Dir zu gehören, Du musst es besitzen, damit Dein Leben glücklich weitergeführt werden kann, es geht nicht mehr ohne dieses Paar ...!
Die blöde Kuh!
Plötzlich bemerkst Du, wie die Dame vor Dir in der Schlange, mit dem selben Paar liebäugelt ... die blöde Kuh! Per Blickkontakt signalisiert sie, daß das Paar nicht in Deine Hände gelangen soll. Außerdem habt ihr beide nicht genügend Geld dabei, um das Paar zu bezahlen. Und vordrängeln macht keinen Sinn ohne bezahlen zu können. Die Verkäuferin schaut Euch geduldig an und wartet.
Deine Freundin, die gerade im Laden andere Schuhe anprobiert, erkennt Deine missliche Lage und reagiert, wie es natürlich eine solidarisch-loyale Freundin, wie man sie in einer Extremsituation wie dieser brauch, tut. Sie plant, Dir ihr Portemonnaie zuzuwerfen, damit Du das hinterhältige, fiese Biest vor Dir, geschickt umrunden und die Schuhe kaufen kannst. Sie wird Dir den Geldbeutel über sie hinweg nach vorne werfen, und während dieser sich in der Luft befindet, umrundest Du das Miststück, fängst das Geld und kaufst blitzschnell die Schuhe. Aber! So lange Deine Freundin den Akt des Zuwerfens nicht abgeschlossen hat, d.h. das Geld sich noch in ihrer Hand und nicht in der Luft befindet, darfst Du Dich beim Überholen zwar auf gleicher Höhe, aber nicht schon vor der anderen Kundin befinden.... sonst stehst du im Abseits!"
Schön oder? Wenn ihr im Moment des Wurfes (des Passes) der Kasse (dem Tor) und damit der Verkäuferin (dem Torhüter) näher seid, als die andere Kundin (der vorletzte Gegenspieler) steht ihr im Abseits und müsst euch wieder hinten anstellen. Das heißt die Chance auf die Schuhe (das Tor) ist vertan.
Es ist wirklich schwer, diese Regel schriftlich zu erklären.



Was man noch dazu beachten sollte ist, dass die Abseitsregel beim Einwurf und beim Abstoß des Torwarts aufgehoben ist.
So, ich hoffe ich habe es geschafft, euch diese Regel näher zu bringen. Was es mit dem passiven Abseits und der Abseitsfalle auf sich hat, erfahrt ihr im nächsten Monat.
Eure Vera Int-Veen
Alle Infos über Vera gibt es HIER!

