Frauen bei Hertha
Arbeiten eigentlich auch Frauen bei Hertha BSC? Ja klar!!! Und zwar eine ganze Menge. Hier wollen wir euch zeigen, welche Frauen bei Hertha BSC arbeiten und was sie machen. Diesen Monat stellen wir euch Silke Corleisen (Ticketing) vor.
Silke Corleisen, Ticket-Vertrieb
Silke arbeitet bei Hertha im Ticket-Vertrieb. Dort ist sie u.a. verantwortlich für die Bereiche Online-Shops, Service-Hotline und die Vorverkaufsstellen. Den typischen Werdegang einer fußballbegeisterten Mitarbeiterin von Hertha BSC ist Silke vom Ticket-Vertrieb nicht gegangen. Allerdings kann man sich fragen, wie so ein Werdegang überhaupt aussieht. Wird man erst Fan und bewirbt sich dann? Oder bewirbt man sich erst und wird dann Fan? Bei Silke war es ein ein bisschen von beidem.
Erst Flugbegleiterin, dann Hotelkauffrau
Zunächst machte die Ur-Berlinerin ihr Abitur und entschied sich direkt danach als Flugbegleiterin zu arbeiten. Nach eineinhalb Jahren über den Wolken kam ihr jedoch etwas anderes in den Sinn, "ich wollte unbedingt nach dem Abi eine kaufmännische Ausbildung machen." Weil es die aber im Flugzeug nicht gab lässt sie sich zur Hotelkauffrau ausbilden und fängt bei einer großen Kette im Bereich "Regional Sales" an. Was das genau ist, kann Silke zwar erklären, weist aber selbst darauf hin, "dass das doch eigentlich hier ja nicht interessiert." Was aber interessiert ist wie die als Flugbegleiterin gestartete und im Hotelbetrieb "zwischenstoppende" Frau, schließlich bei Hertha BSC im Ticketing "gelandet" ist.
Zu Hertha wie die Jungfrau zum Kinde
"Wie die Jungfrau zum Kinde", sagt sie selbst mit dem für sie typischen Lächeln auf den Lippen und verschweigt nicht, dass sie ihre Begeisterung für den Fußball einer Freundin zu verdanken hat: "Die hat mich einfach mal mitgeschleppt." Es ist der 17. August 2002 als die in Berlin geborene Hotelkauffrau zum ersten Mal ins Olympiastadion geht. An der Leistung der Mannschaft kann es allerdings nicht gelegen haben, dass sich die Hobby-Windsurferin kurz darauf "blind", wie sie selber sagt, bei Hertha bewirbt. Denn die Berliner spielen gegen den VfB Stuttgart nicht wirklich gut und holen mit Ach und Krach ein 1:1-Unentschieden. "Ich hab mir das angeschaut und mich sehr für das ganze Drumherum interessiert." Denn fußballbegeistert war sie früher nicht, obwohl sie das "Ha-Ho-He Hertha BSC" in ihrer Jugend des Öfteren zu hören bekam.
Doch das Schicksal meinte es gut mit der schlanken und eigentlich immer freundlichen Frau, die im März 30 Jahre alt wird. "Sie haben gerade jemanden gesucht." Klingt einfach und das war es dann auch. Seitdem arbeitet Silke in der Hertha-Geschäftsstelle für das Ticketing und kümmert sich darum, dass all jene die Tickets in den Online-Shops, der Service-Hotline oder den Vorverkaufsstellen bestellen, diese auch bekommen. "Außerdem sind wir natürlich immer auf der Suche nach neuen Vertriebswegen", erklärt Silke, die Geschäftsfrau.
Die Frau mit dem Koffer
Am Spieltag ist sie dann eine andere: "Die Frau mit dem Koffer", nämlich. Der silberne Alu-Behälter ist ihr stetiger Begleiter, wenn sie vor dem Olympiastadion herumwuselt und die für den Versand zu spät bestellten Tickets an den Mann oder die Frau bringt: "Ab einem bestimmten Zeitraum vor dem Spiel können wir die Tickets eben nicht mehr verschicken. Ich bin dafür da, dass die Leute sie trotzdem bekommen." Im sagenumwobenen Koffer befinden sich übrigens hauptsächlich Unterlagen für die Hinterlegung der Tickets: "Da ist leider keine Million drin", fügt sie lachend hinzu.
Dass der Job bei Hertha nicht nur Vorteile hat, liegt auf der Hand. Für Silke, die bei Hertha "richtig zum Fan" geworden ist, ist es besonders bitter, bis zur Halbzeit warten zu müssen, bevor sie ins Stadion darf. "Solange bin ich vom Live-Ticker der Hertha-Homepage und den Schreien der Fans abhängig. Gerade deswegen müssen ja mehr Leute ins Stadion kommen, damit ich auch was mitkriege." Da ist es wieder, dieses leicht verschmitzte Lächeln.
"Hertha ist mehr als ein Arbeitgeber"
Doch in jeder ihrer mit einem Lachen unterlegten Aussagen steckt auch immer eine Menge Ernst. Denn Hertha ist für Silke mittlerweile weit mehr als nur der Arbeitgeber: "Das geht weit darüber hinaus. Wer mich kennt, der weiß, dass ich auch bei den Amateurspielen und jeglichen Freundschaftsspielen dabei bin. Ich bin immer da, das ist mein Verein." Dieses Mal sagt sie es ohne dieses Lächeln, was unterstreicht, wie wichtig ihr das eben Gesagte ist. Sie unterstützt ihren Verein wo sie kann und es überrascht nicht, als sie erzählt, dass sie 2004 im Jahr des Abstiegskampfes "heulend vor dem Radio" gesessen hat. "Das war eine sehr emotionale Zeit. Man war ohnmächtig, hat seine Arbeit so gut es ging gemacht, aber man stand eben nicht auf dem Platz. Ich war sehr froh, als wir es dann geschafft hatten." Wenn sie "wir" sagt, meint sie das so. Wieder ohne Lächeln.
Auf das Thema "Frauen in der Männerdomäne Fußball" angesprochen wird sie kurz nachdenklich, antwortet dann aber klar: "Natürlich merkt man ab und an noch, dass dieser Sport eben grundsätzlich eine Männerdomäne ist. Aber wir haben auf der Geschäftsstelle ein sehr gutes Team. Ich habe da keine Probleme." Das verwundert nicht. Denn auf der einen Seite ist Silke eine sehr kompetente und schlagkräftige Persönlichkeit, die aber durchaus auch mal aus der Haut fahren kann, wenn es sein muss. Und auf der anderen Seite steht dieses verschmitzte Lächeln...




